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Jede(r) kann Software testen

“Jede(r) kann Software testen!” – Sicher haben Sie dies auch schon mal gehört! Es ist auch wahr. Aber kommt auch das beste Ergebnis dabei heraus? Nicht immer! Es gibt so enorm viele Möglichkeiten, dass bei Software Fehler auftreten. Testen ist da nicht einfach. Eigentlich kann immer etwas falsch sein. Wie testet man da vernünftig?

Hier gibt es technische und psychologische Faktoren. Zuerst die psychologischen: Wer keine Fehler finden will, findet auch keine. Der Entwickler beispielsweise ist vor allem daran interessiert zu zeigen, dass sein Produkt funktioniert. Er erwartet einfach, dass es in Ordnung ist. Damit ist jeder Fehler unerwartet. Wenn alle einfach sichtbaren Ausgaben so in etwa richtig aussehen, schließt der Entwickler, dass wohl alles in schönster Ordnung ist. (“Also schloss er messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.”) Dass da zum Beispiel eine Datei offen bleibt, etwas Speicherplatz vergessen wurde, ein Puffer noch immer besetzt ist oder ein Server noch immer auf eine Antwort wartet, wird nicht gesehen. Hier wäre es besser, man hätte eine motivierte Person, eben den Tester!

Als Tester weiß er, dass es wichtig ist, so viele Fehler wie möglich zu finden. Er weiss auch, aus Erfahrung, dass Fehler of an schlecht zu beobachtenden Stellen lauern. Und schließlich: Als Tester ist man professioneller Pessimist! Das kann man lernen, man muss es aber auch wollen – und als Projektleiter muss man es so organisieren, dass die Tester auch wissen, dass sie dafür bezahlt werden, Fehler zu identifizieren.

Der zweite Faktor ist Ausbildung. Als Tester muss man wissen, wie man Testfälle auswählt. Im Prinzip man man ja alles testen. Es gibt eine astronomische Anzahl möglicher Testfälle. Hier gibt es Kriterien und Methoden zur systematischen Auswahl. Jede Methode übersieht Fehler, ist sozusagen auf einem Auge blind. Aber sie findet auch Fehler, die durch andere Methoden übersehen werden. Deshalb braucht der Tester Kenntnis der verschiedenen Methoden, ihrer Stärken und Schwächen, um dann die besten Testfälle auszusuchen. Zusätzlich sollte der Tester auch wissen, was bei der Entwicklung schief gehen kann – also die Risiken in der Entwicklung. Und schließlich braucht der Tester auch Kenntnis der Applikation, der Benutzung des Systems, um dort die Risiken sehen zu können. also kann wohl doch nicht jede(r) testen …

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